Verletzungen können insofern schädlich sein, als sie Kraft kosten und leichte Bäute für Krankheiten, insbesondere für Pilzkrankheiten, darstellen. Deshalb sind sie zu vermeiden oder künstlich zu verschliessen. Durch das rechtzeitige Ausscheiden steiler Triebe lässt sich deren späteres Abbrechen verhindern. Steile Triebe entwickeln sich zu steilen Ästen und bilden dann sogenannte Zwisteln (Astgabeln), wo sich Schnee staut und Regenwasser sammelt. Das hat mit der Zeit Fäulnis und schliesslich das Abbrechen zur Folge. Gleichermassen lassen sich durch das rechtzeitige Ausschneiden zu eng stehender Zweige die Kronen und Büsche licht halten. Dadurch trocknen sie nach Regen schneller und sind weniger empfindlich für Pilzinfektionen. Krankes Holz ist ohnehin zu beseitigen. Ausserdem ist das Auslichten gut für die Verjüngung. Insbesondere fördert das gelegentliche Entfernen einiger alter Äste die Entwicklung junger Triebe.
Standortwahl Kern- und Steinobst
Weniger sonnenbedürftig sind dagegen Apfel obwohl auch sie an unbeschatteten Plätzen am besten gedeihen. Bei der Standortwahl gilt es also, die geeignetsten Pflanzen für die verfügbare Fläche zu wählen und richtig zu verteilen. Dabei sind die Sortenunterschiede zu beachten. Während etwa die Apfelsorte Cox Orange Renette nur für sonnige Lagen in Frage kommt, entwickelt sich ein Boskoop auch auf weniger günstigen Standorten zufriedenstellend. Natürlich ist die Anzahl der Pflanzen hinsichtlich der vorhandenen Fläche zu beschränken. Der Boden sollte möglichst tiefgründig, nährstoffreich und wasserdurchlässig sein. Allerdings bieten die vorhandenen Verhältnisse oft nicht die besten Bedingungen. Dementsprechend sind Verbesserungen vor oder bei der Pflanzung nötig. Optimale Standortbedingungen wirken sich ganz entscheidend auf die Gesunderhaltung der Obstpflanzen aus. |
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